| (aus dem Buch 500 Jahre Kirche in Wolfschlugen) |
| Um eine Kirche bauen zu können, müssen Menschen in einer Gemeinschaft leben. Auch wenn es nicht näher belegbar ist, erfolgte eine Besiedelung des Gebietes bereits in der Karolinerzeit unter Karl dem Großen (768-814). | |
| Das Kloster Hirsau erwarb im 11. und 12. Jahrhundert zahlreiche Güter in Aich, Bempflingen, Neckartalfingen, Grötzingen, Altdorf, Schlaitdorf, Neckartenzlingen und Oberbohingen. | ![]() |
| Um 1100 wurde die Burg Hohenneuffen errichtet, zu deren Herrschaft die spätere Stadt Neuffen, die Orte Balzholz, Beuren, Erkenbrechtsweiler, Frickenhausen, Grabenstetten, Großbettlingen, Linsenhofen gehörten. Wolfschlugen wird in diesen Zeiten nie genannt. | |
| Die erste Erwähnung Wolfschlugens erfolgte in einer Urkunde vom 23. April 1318, als der Kirchheimer Bürger "Benz der Suser" seine Einkünfte aus einem Hof in Wolfschlugen an die Kirchenpflege zu Aich verkaufte . Damals gab es hier nur Einzelgehöfte, die in der Landschaft verstreut ansässig waren und unterschiedlichen Lehnsherren unterstanden. Diese gruppieren gruppierten sich weiträumig um die Wasserstelle in der Gegend des heute noch bestehenden "Langen Hofes". | |
| Das Frauenkloster Kirchheim hatte seit 1337, das Klarakloster Esslingen seit 1366, später auch das Kloster Denkendorf, Grundbesitz in Wolfschlugen. | |
| Das Dorfrecht wurde 1380 durch den Grafen von Württemberg erteilt. Einen eigenen Ortsadel hatte es nie gegeben. Danach entwickelte sich aus Ansiedlungen ohne Markierungen ein richtiger Ort. | |
| 1416 wird eine Michaelskapelle erwähnt, die inmitten des Friedhofes stand und von den Bürgern des Dorfes auf eigene Kosten errichtet wurde. Danach ist anzunehmen, daß diese Kapelle bereits einige Jahre vorher stand. Diese Kapelle war der Jungfrau Maria geweiht. | |
| Seinerzeit war Wolfschlugen eine Filiale von Neuhausen. Der Verbindungsweg zwischen den beiden Orten hieß "Kirchweg". In Wolfschlugen ist dies heute die Esslinger Straße, während diese in Neuhausen noch immer Kirchstraße heißt. | |
| Auf Antrag des Grafen von Württemberg und der Ortsbehörde erfolgte mit Urkunde vom 13. Oktober 1430 die Bestätigung einer Pfarrkirche für Wolfschlugen durch Papst Martin V. In der Stiftungsurkunde sind als zusätzliche Schutzheilige Petrus und Paulus, der Heilige Abt Sankt Bernhardt sowie die Heiligen Jungfrauen Sankt Katharina, Barbara und Agnes genannt.1483 wird ein dem Heiligen Michael geweihter Altar aufgeführt. Wann dieser eingesetzt wurde, läßt sich nicht mit Sicherheit bestimmen. | |
| Am 27. Juni 1437 wurde durch ein Urteil des Bischöflichen Gerichtes Konstanz Wolfschlugen von der bestehenden Gemeinschaft mit Neuhausen getrennt. Bereits vorher, im Oktober 1436, zog der erste Pfarrer, Magister Ulrich Molitur, hier auf. | |
| Um 1460 zeigten sich an der Kapelle erhebliche bauliche Schäden. Der Konstanzer Bischof gestattete 1468 eine Spendensammlung um die Instandsetzungskosten decken zu können. Diese Reparaturen waren nicht von langer Dauer, denn bereits ca. 20 Jahre später mussten wieder bauliche Maßnahmen ausgeführt werden. | |
| Da die Kapelle für die wachsende Bevölkerung zu klein wurde, entschloß man sich zum Abbruch derselben und erstellte 1498 einen Neubau im spätgotischen Stil. Ob seinerzeit der Turm schon stand, oder erst mit dem Neubauerrichtet wurde, läßt sich nicht mit Sicherheit sagen. Dir Fundamente der früheren Kirche wurden beim Umbau des Gebäudes im Jahre 1985 aufgefunden. Danach ist die erhaltengebliebene Nordwand des Kirchenschiffes ebenso, wie ein Teil der Nordöstlichen Wand mit dem Turmschaft verzahnt aufgemauert, was auf eine gemeinsame Bauzeit schließen läßt. Ein Fundamentrest aus der früheren Südwand des ehemaligen Chores läßt sich mit dem klar gehaltenen Grundriss nicht zuordnen. Es wird sich hierbei um einen Teil der Kapelle handeln. | |
| Das Kirchenschiff hatte eine Länge von ca. 10,40 m, was auch noch der heutigen Abmessung entspricht. Die Breite betrug ca. 7,20 m. Der Chor mit ca. 6,00 m Länge und 4,60 m Breite hatte hatte einen 3/8 Abschluß nach Osten und war durch einen Bogen mit dem Schiff verbunden. | |
| Der Turmschaft hatte eine Höhe von ca. 18 m bis zum Ansatz des Daches und war mit einem Giebeldach abgeschlossen. Man kann diese Größe heute noch klar am Übergang vom viereckigen zum achteckigen Turm ablesen. | |
| Die über der Westtüre eingelassene Steinplastik, vermutlich einst ein Christuskopf, inzwischen aufgrund der starken Verwitterung kaum mehr erkennbar, stammt noch von der alten Kirche. Die Türe lag bereits damals an gleicher Stelle wie heute. Die äußere südwestliche Ecke des Gebäudes von 1498 war 9,00 m vom Nordwesteck entfernt. | |
| 1534 wurde in Wolfschlugen zu gleicher Zeit wie in Nürtingen die Reformation unter der Herrschaft von Herzog Ullrich eingeführt. Nach dem Schmalkaldischen Krieg, bei dem Kaiser Karl V. die protestantischen Fürsten 1546/47 besiegte, mußten wieder katholische Gottesdienstformen eingeführt werden. Dies währte jedoch nicht lange und so 1553 die neue Lehre ungehindert durchgeführt werden. | |
| 1603 erfolgte ein völliger Umbau der Kirche., bei dem diese auch nach Norden erweitert wurde und ihre heute noch erhaltene Form erhielt. | |
| 1728 musste die Dachdeckung der Kirche erneuert werden. Eine Veränderung erfolgte vom Jahr 1754, als der Turm ein weiteres Geschoss aufgesetzt bekam. Tätig war dabei der Landesbaumeister Johann Adam Groß I., der kurz vorher auch das neue Turmdach der Sielminger Kirche gestaltete. In der Einlage der Turmzier steht: | |
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"Im Jahr 1754 ist dieser Turm um einen Stock höher gebaut und mit Blech bedeckt, zugleich mit diesem Knopf und Hahnen versehen worden, unter der gesegneten Regierung Herzogen Carls Hochfürstliche Durchlaucht und der Hochfürstlichen Frau Gemahlin Elisabeth, Sofia, Friederica, geborene Prinzessin von Brandenburg Bayreuth." |
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| Für die Ausführung der Blechdeckung zog man den Flaschnermeister Beller aus Calw heran. Kurz vorher, im Jahre 1746, erhielt die Uhrenanlagen ein Viertelstundenschlagwerk. | |
| Im Jahre 1791 wurde der Innenraum neu gestrichen. | |
| Eine Entscheidende Änderung ergab sich, als 1846 die in Neuhausen wohnenden Evangelischen zur Kirchengemeinde Wolfschlugen zugeteilt wurden. Dies wurde erst 1902 wiedergeändert, als Neuhausen eine eigene Kapelle bekam und zu einer Kirchengemeinde wurde. Deise Gemeinde mußte vom Pfarrer aus Wolfschlugen mit betreut werden. | |
| Nachstehend wird ein Bericht zitiert, der im September1848 in der Kugel der Turmspitze eingelegt und vom Schulmeister Fischer verfaßt wurde: | |
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"In dem ewig denkwürdigen, in der Weltgeschichte einzig dastehenden Jahre Christi 1848. am Dienstag den 8. August, nachts um 22.00 Uhr erhob sich über Wolfschlugen ein heftiger Sturm, der bald zu einem völlige Orkan wurde und in seinem Gefolge ein Gewitter hatte, desgleichen sich die ältesten Leute nicht erinnern konnten. In allen Wohnungen wurde Licht gemacht, und man harrte angstvoll dem Verlauf des Gewitters. Auf einmal - es war um 11.00 Uhr - geschah ein furchtbarer Schlag, und gleichzeitig ergoß sich ein Feuerwerk über Pfarr- und Schulhaus sowie die angrenzenden Gebäude, so daß viele meinten, eines derselben stehe in Flammen. Dies erwies sich zwar folglich als grundlos, man konnte jedoch darüber, wo der Blitz eingeschlagen, nur Vermutungen aufstellen, weil er nicht gezündet hat. |
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Erst am Mittwoch, den 9. früh zwischen 2:00 und 3:00 Uhr entdeckte der Amtsbote Johann Georg Stoll, der für den Schulmeister die Morgenglocke läutete, Beschädigungen an der Kirche. Bei einer Untersuchung zeigte es sich, dass ein Blitzstrahl vom Turm aus, wo er einige unbedeutende Beschädigungen der Kuppel und am Mauerwerk, eine Uhrentafel zertrümmert und die Bruchstücke weit hinausgeschleudert hatte, in die Kirche gefahren war und hier an dem Plafond, wo man den Gang des Blitzes durch verschiedene kleine und große Löcher folgen konnte, an der Mauer und den Fenstern des Chores, durch welchen viele Bretter hinausgeworfen wurden und an der bretternen Umzäunung der auf dem oberen Boden befindlichen Blasbälge - die Bretter fand man wunderbarerweise rings um die Blasebälger an der Wand lehnend und an den letzteren nichts verletzt - bedeutende Beschädigungen angerichtet, auch in der Lage der steinernen Platten und mit ihm des Altars und Taufsteins nicht unbedeutende Schäden zurückgelassen hatte. Bretter und Balken wurden mit leichten Spuren von Entzündungen auseinandergerissen, die Splitter durch Dach und Fenster hinausgeschleudert, und der Schutt lag am anderen Morgen haufenweise in der Kirche." |
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Die Landesbrandversicherung verwilligte am 1. September 1848 eintausend Gulden zur Schadensbehebung. Bereits am 13. September begann man mit den Reparaturarbeiten und stellte dies im Herbst auch noch fertig. |
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| Im Jahre 1857 wurde der erste Pfarrgemeinderat eingesetzt. | |
| Nachdem die alten Stühle im Laufe der Jahrhunderte doch stark mitgenommen waren, wurden im Jahre 1883/84 neue Kirchenstühle "für Jünglinge" angefertigt. In den Jahren 1885/86 folgten neue Bänke für den Rest der Kirche. | |
| 1887/89 Auftrennung des Kirchenvermögens aus dem Stiftungsvermögen. Bis dahin gab es keinen Unterschied zwischen bürgerlicher Gemeinde und Kirchengemeinde. | |
| 1888 erfolgte eine größere Renovation. Bereits im Pfarrbericht von 1870 ist erwähnt: | |
| "Die Kirche entspricht für gewöhnlich dem Bedürfnis; an Festen ist sie zu klein. Reparaturen, die nötig sind, sind beantragt, aber zum Teil wegen anderweitiger dringender Ausgaben nicht zur Ausführung gebracht worden." | |
| Veranschlagt war für die Innen- und Außenrenovation ein Betrag von 15.000,00 Mark. Während der Bauzeit ergaben sich weitere notwendige Maßnahmen. Die Bausumme stieg deswegen auf 17.800,00 Mark. Das Stiftungskollegium hatte den Maßnahmen jeweils zugestimmt.. | |
| Sämtlich Fenster erhielten eine neue Verglasung, der Putz innen und außen wurde neu aufgetragen und geebnet, die Hohlkehle der Decke an den äußeren Wandungen neu angetragen. Die Decke, welche durch eindringendes Wasser hohl und rissig war, wurde erneuert. Alle Stahlfensterrahmen mussten neu montiert, die Holzvertäfelungen entlang der Außenwände unter den Emporen frisch angebracht werden. | |
| Das Gestühl im Erdgeschoß wurde ausgebessert und erhielt einen Neuanstrich. Die Bilder der Emporenbrüstung wurden gereinigt und mit Lack überzogen. Auch die Kanzel, welche aus einfachen tannenen Brettern bestand und für welche neue Paramente zu beschaffen waren, erhielt einen Neuanstrich. | |
| In der Sakristei im Erdgeschoß des Turmes, wurde ein neuer Boden eingebaut. Diese Sakristei wird seit Jahrhunderten als unterster Teil des Turmes mit grabesähnlicher Luft, düsterer und mit kleinem Fenster versehener Raum, feucht und unheizbar beschrieben. | |
| 1895 Einbau eines neuen Fußbodenbelages aus gerippten Mettlacher Platte. | |
| 1896 neuer Taufstein. | |
| 1898 wurden schon wieder Schäden festgestellt. Das Erdreich an der Nordwand wurde abgegraben, um die Wand trockenzulegen. Schadhafte Regenfallrohre waren zu erneuern. Der Außenputz zeigte im Sockelbereich Schäden. Wasser konnte über offene Fugen in das Mauerwerk eindringen. Die Stufen der östlichen Emporenaufstiegstreppe waren ausgetreten. | |
| Am 10. Oktober 1902 berichtete Architekt Mayer aus Stuttgart: | |
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"Der Eindruck, den ich von der Kirche habe, ist kein günstiger. Stuhlung und Empore sind in einem sehr mangelhaften Zustand und von Haus aus ohne System und planlos angeordnet. Reparaturen, welche sich hierauf beziehen, würde ich nicht zur Ausführung bringen, da eine gründliche Verbesserung oder Neuherstellung von Empore und Stuhlung wünschenswert erscheint." |
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| Zur Beseitigung dieser Mängel fertigte Architekt Martin Elsässer aus Stuttgart 1908 einen Plan, der den Anbau eines außenliegenden Treppenhauses am Westgiebel vorsah. Diese Planung wurde nicht realisiert. | |
| 1910 kam es zu einem neuen Innenanstrich und kleineren Reparaturen. | |
| 1918 mußte das Blechdach des Turmes ausgebessert werden. Im Jahre 1920 wurde eine neue Turmuhr bei der Firma Hörz in Ulm bestellt. | |
| Trotz ungünstiger Zeitverhältnisse beschloß der Kirchengemeinderat nach einer eingehenden Besichtigung im Jahre 1923 das Turmdach zu renovieren. Das verzinkte Stahlblech war durchgerostet, das Holzwerk angefault. Die Kostenberechnung von Oberamtsbaumeister Hiller vom 27. Juli 1923 für das Turmdach, die Reparaturen und Neuanstriche der Außenwände an Turm und Schiff belief sich auf 900 Millionen Mark. Da der Kirchengemeinderat die Aufbringung dieser Summe nicht für möglich hielt, beschloß er, vorläufig nur das Kuppeldach des Turmes richten zu lassen. Für vorhandene 5 Dollar (Spende aus Amerika) sollten sofort Bretter zur Reparatur der Schalung gekauft werden. Statt des bisherigen Bleches entschied man sich für eine Neudeckung mit Schiefersteinen. Die Materiallieferung bot Schieferdeckermeister Karl Kiefer aus Esslingen für 625.000,00 Mark an. | |
| Am 19. August 1923 nahm der Kirchengemeinderat dieses Angebot an und beschloß eine Schuldaufnahme von 50 Millionen Mark. Bereits am 4. September 1923 mußte die Schuldaufnahme auf 200 Millionen Mark erhöht werden. Am 11. September 1923 waren die Kosten auf 600 Millionen Mark gestiegen. Die Abrechnung vom 22. Oktober 1923 belief sich dann auf 7.294.072.500,00 Mark.. Aus den Zahlen ist der rasche Verfall des Geldwertes in der damaligen Zeit abzulesen. | |
| Bei der Bauschau am 11. Dezember 1924 wurde der schmutzige Zustand der Außenwandflächen, die schadhafte Dachrinne und das Gesims bemängelt. Außerdem sollte der Kronleuchter bronziert, das Kruzifix vergoldet und die nördlichen Fenster abgedichtet werden. Ab Mai 1925 konnten die Reparaturen ausgeführt werden. Es kam noch der Ersatz von schadhaften Steingesimsen am Turm hinzu. | |
| Am 5. Februar 1928 beschloß der Kirchengemeinderat eine Innenerneuerung. Architekt Professor Seytter legte am 17. Mai 1929 ein Gutachten über diese Maßnahmen vor. Die Kosten waren auf 12.000 Mark geschätzt. Der Kostenanschlag vom 6. November 1930 endete mit einer Summe von 23.200 Mark. | |
| In der Sitzung vom 2. Dezember 1930 beschloß der Kirchengemeinderat: "Statt einer Wendeltreppe zum Dach im Inneren der Kirche wird vom Turm aus ein Zugang zum Dach gelegt. Die beiden Öfen erhalten ihren Platz an der Nordwest- und Südostecke der Kirche. Die westliche und südliche Emporentreppe fällt weg. Dafür wird eine neue Treppe am Südosteingang aufgeführt. Das Gestühl wird weitgehend erneuert. Die Querempore kann um 2,25 m vorgezogen werden. Der Verdunkelung unter der Westempore wird durch ein zusätzliches Fenster begegnet. Die Längsempore kann um 1,30 m vorgezogen werden." | |
| Die Arbeiten begannen am 7. April 1931. Die Kosten waren auf 26.481 Mark gestiegen. Aus der seinerzeitigen Kostenfeststellung ist ablesbar, dass die gesamte Elektroinstallation erneuert wurde. Außerdem kamen neue Eingangstüren, Bänke, Fußböden, Wandverkleidungen und Emporenbrüstungen unter Einbezug der alten Bilder zur Ausführung. Die Emporen waren als Stahlkonstruktionen völlig neu gestaltet. | |
| 1945 mußte das Dach des Kirchturms und die äußeren Fassaden instand gesetzt werden, nachdem das Gebäude durch Granatbeschuß (Kriegsende) beschädigt war. Von den anrückenden französischen Panzern war vermutet worden, dass sich auf dem Turm Beobachter des deutschen Militärs befanden. | |
| 1947/48 mußte der Außenputz überarbeitet, teilweise erneuert und neu gestrichen werden. Die Orgel war zu reinigen, was durch die Firma Weigle aus Echterdingen erfolgte. Es erfolgte ein weiterer Arbeitsschritt, als 1949 ein Innenanstrich aufgetragen wurde, bei dem sich die Farbigkeit nicht veränderte. | |
| 1954 stimmte der Oberkirchenrat und das Landratsamt einer Abtrennung der bisherigen Filialgemeinde Neuhausen a.d.F. und deren Verselbständigung zu. | |
| 1964 erhielt der Turm ein neues Messingkreuz als oberen Abschluß. Bereits 1967 war eine weitere Überarbeitung der Außenfassaden notwendig, wobei auch die Dächer zu dichten und neue Dachrinnen anzubringen waren. | |
| Ihr heutiges Aussehen erhielt die Kirche durch den völligen Umbau im Jahr 1985. Hierfür begann die Beratungszeit bereits 1980. Bei ausführlichen Gesprächen im Kirchengemeinderat und mit dem Landesdenkmalamt ging es um den Erhalt einer historisch gewachsenen 3-seitigen Empore, aber auch um die Forderung nach einer freien Sicht zu Altar und Kanzel von möglichst allen Sitzplätzen aus. Schon bald wurde klar, dass sich dies mit den vorhandenen Emporeneinbauten nicht realisieren lässt. Auch die Bauweise und Form der Orgel erwies sich als hinderlich. | |
| Es kam deswegen zum Verkauf der Orgel an die Kirchengemeinde Forchtenberg. Der zuständige Orgelsachverständige Götz bezeichnete den Standort an der Ostseite des Gebäudes, hinter dem Altar, als ideale Lösung. Der Kirchengemeinderat nahm die Anregung auf und beschloß den Abbruch der Ostempore, wodurch Platz und Höhe für eine neue Orgel gewonnen werden konnten. | |
| Die westliche Empore blieb erhalten, erhielt aber neue Abtreppungen. Unter diesen und im Bodenbereich des Erdgeschosses konnte eine künstliche Be- und Entlüftungsanlage montiert werden. Die Verkehrsflächen erhielten eine elektrische Fußbodenheizung, mit der die Kirche in der kalten Jahreszeit durchgehend temperiert werden kann. Für zusätzliche Wärmeabgabe sind elektrische Strahlungsheizkörper unter den Banksitzen montiert. | |
| Um die verschobene Mittelachse zwischen der westlichen Eingangstüre und dem vorderen Altarbereich zu überspielen, wurden die Bänke als geschlossener Mittelblock angeordnet. | |
| Sämtliche Fenster erhielten eine neue doppelte Verglasung, wobei die künstlerische Gestaltung durch Frau Kunz, Firma Saile, aus Stuttgart ausgeführt wurde. | |
| Am 11. Mai 1986 konnte die grundlegend neu gestaltete Kirche wieder in uneingeschränkte Nutzung übernommen werden. | |
| Die Orgel, welche von der Firma Link aus Giengen/Brenz stammt, wurde ab 27. April 1987 in der Kirche aufgestellt. Die äußere Gestaltung richtete sich an den Formen der Emporen samt Bildern und Farbigkeiten aus. Wesentlicher Gestaltungsschwerpunkt war die beizubehaltende Sichtbarkeit des östlichen Fensters mit seiner neuen Farbverglasung. In einem festlichen Konzert konnte die Orgel am 21. Juni 1987 der Gemeinde übergeben werden. | |
| Zunehmende Schäden an der Schieferdeckung der Kirchturmhaube, Absturz von Steinen bei Regen- und Windanfall mussten ab 1989 bemerkt werden. Die 1923 aufgebrachte hölzerne Unterschalung war in großen Teilen verfault, die Nägel der Dachdeckung fanden keinen ausreichenden Halt mehr. Es war deswegen eine weitere Instandsetzungsmaßnahme notwendig. Anfang August 1990 war der Aufbau des Gerüstes am Turm vollendet. Nach Abnahme der vorhandenen Deckung zeigten sich erhebliche Schäden durch Befall von Holzwürmern und Hausböcken. Die geschwungenen Bohlen an der Ostseite waren ebenso wie die oberen Enden der Dachbalken völlig verfault. Nach Abnahme der vorhandenen Dachdeckung neigte sich das Turmdach nach Westen, wo die Sparren ebenfalls Fäulnis zeigten. Durch umgehende Reparaturen wurde die Stabilität wieder hergestellt. Die Neudeckung mit Moselschiefer war bereits am 18. September 1990 abgeschlossen. | |
| Nachdem bereits das Gerüst am Turm vorhanden war, entschloß sich der Kirchengemeinderat zu einer kompletten Außenrenovierung. Schäden am Sockelputz waren zu beseitigen. Die gesamten Außenwände, Fenster- und Holzteile erhielten neue Anstriche. 1993 waren alle Maßnahmen abgeschlossen und konnten auch rechnerisch beendet werden. | |
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